Die Geschichte der Geheimen Staatspolizei in Augsburg ist bislang noch wenig erforscht. Mit dieser Studie sollen erstmals die zentralen Akteure dieser Behörde in Augsburg benannt und die organisatorische Entwicklung der lokalen Gestapo aus der lokalen Kriminalpolizei nachgezeichnet werden. Besonderes Augenmerk gilt der Verwicklung Augsburger Beamter in Nationalsozialistische Gewaltverbrechen, insbesondere bei den Einsatzgruppen und der Besatzungsmacht in Polen und der UdSSR, und der strafrechtlichen Verfolgung nach 1945. Die Rückkehr in den Polizeiberuf gelang ehemaligen Augsburger Gestapobeamten nur teilweise.
Auch fünfundsiebzig Jahre nach der nationalsozialistischen Machtübernahme bleibt deren Geschichte ein dauerhaft aktuelles und wichtiges Thema der historisch-politischen Bildung und Erinnerungskultur. Das Jahr 1933 markiert dabei die „Trennlinie zwischen Demokratie und Diktatur, zwischen Rechtsstaat und Gewaltherrschaft, zwischen Völkerverständigung und Vernichtungskrieg“ (Andreas Wirsching). Diesen Prozess beleuchtet das Stadtarchiv Augsburg aus zahlreichen Blickwinkeln auf der Grundlage von neueren Forschungen und größtenteils unveröffentlichtem Quellenmaterial. Der zur Ausstellung „Machtergreifung in Augsburg....
Am Beispiel Augsburgs untersucht die Studie die Wahrnehmung des Krieges und dessen konkrete Auswirkungen auf eine Stadt an der Heimatfront, wobei neben Wirtschaft, Versorgungslage und Luftkriegsgeschehen vor allem bislang in der Forschung weniger beachtete Bereiche und Aspekte im Vordergrund stehen. So wird etwa nachgezeichnet, inwiefern der Kulturbereich und das kirchliche Leben unter den Kriegseinwirkungen litten und wie das NS-Regime versuchte, die "Volksgemeinschaft" für die Kriegsanstrengungen zu mobilisieren. Dabei wird bewiesen, dass alle Facetten eines "totalen Krieges" auch in einer Stadt zu finden...