Transport von Westerbork, Lager, Niederlande nach Bergen Belsen, Lager, Deutsches Reich am 14/09/1943

Transport
Departure Date 14/09/1943 Arrival Date 15/09/1943
Westerbork,Lager,Niederlande
Güterwagen
Bergen Belsen,Lager,Deutsches Reich
Der erste Transport mit jüdischen Deportierten, der am 14. September von den Niederlanden nach Bergen-Belsen fuhr, sollte ursprünglich nach Theresienstadt gehen. Tatsächlich wurden die meisten der an Bord Deportierten etwa fünf Monate später von Bergen-Belsen nach Theresienstadt geschickt. Die Gründe für diese Kursänderung sind jedoch unklar. Die Möglichkeit, Juden aus den Niederlanden nach Theresienstadt zu deportieren, wurde erstmals am 5. Oktober 1942 erwogen: Wilhelm Zöpf, der Leiter des Judenreferats (IV B 4) in den Niederlanden, brachte sie nach einer Beratung mit Adolf Eichmann, Leiter des Referats für Judenangelegenheiten und Räumungsangelegenheiten (IVB4) im RSHA (Reichssicherheitshauptamt), ins Spiel. Die Deportation von Juden, die die Behörden aus verschiedenen Gründen für privilegiert erachteten, begann im April 1943.
Die Vorbereitungen für diesen Transport begannen schon im August 1943. Am 6. August wies Alfons Werner, ein Mitarbeiter des Judenreferats in Den Haag, Eichmanns Transportsachbearbeiter Franz Novak darauf hin, dass eine Gruppe von rund 200 Juden bereitstand, Westerbork in Richtung Theresienstadt zu verlassen. Werner wollte wissen, "ob das Lager Theresienstadt für diese Juden noch ausnahmsweise aufnahmefähig ist" oder ob diese Juden nach Bergen-Belsen geschickt werden sollten. Am 19. August fügte Harster einem Brief an Reichskommissar Arthur Seyss-Inquart eine Liste von Personen bei, die er hoffte, dass Inquart sie für den Transport nach Theresienstadt bewilligen werde. Ein derartiges Gesuch war zu jener Zeit ungewöhnlich und hatte womöglich etwas mit dem Status der Deportierten zu tun, und wie Harster bemerkte, seien einige im Ersten Weltkrieg dekoriert, andere verwundet worden, wieder andere hätten sich auf die eine oder andere Weise um Deutschland verdient gemacht; von einer kleineren Anzahl saßen bereits Familienangehörige in Theresienstadt. Eine Auswertung der verschiedenen Deportationslisten gibt Aufschluss über die Aktivität einiger dieser Juden. Julius Magnus zum Beispiel war ein Anwalt, der unter anderem Kaiser Wilhelm II. vertreten hatte. Dagegen war eine der Frauen auf der Transportliste ein früheres Mitglied der NSB (Nationaal-Socialistische Beweging, die Nazipartei in den Niederlanden; insgesamt gab es 150 jüdische Mitglieder in dieser Organisation).
Am 14. September 1943 verließ ein aus Güterwaggons bestehender Zug Westerbork, der zwei getrennte Gruppen von Passagieren beförderte: Eine Gruppe bestand aus 305 Juden, die für Bergen-Belsen bestimmt waren und eine andere mit 1.005 für Auschwitz bestimmte Juden. Aus dem Protokoll des Judenrat-Treffens in Amsterdam vom 21. September geht hervor: „Letzten Dienstag fuhr ein Transport mit etwa 1.000 Personen von Westerbork nach Polen, und ein Transport mit 300 Personen wurde nach Theresienstadt geschickt. Ebenso heißt es hier, dass die 300 Deportierten aus einer Liste von 600 Kandidaten ausgewählt worden seien. Das heißt, dass sogar eine Woche nach der Deportation die Juden in Amsterdam immer noch nicht wussten, dass die Deportierten Bergen-Belsen erreicht hatten....