Am 21. Januar 1943 informierte Knochen Eichmann, dass zur Zeit 3811 Juden in Drancy inhaftiert seien. Er fragte nach, ob es möglich sei, eine oder zwei Deportationen nach Auschwitz zeitlich festzulegen, und was mit den Juden mit französischer Staatsbürgerschaft geschehen solle. Am 25. Januar antwortete Eichmanns Stellvertreter, Rolf Günther, dass das Reichsverkehrsministerium Güterzüge für den Transport von 1500 bis 2000 Juden von der Bahnstation Le Bourget-Drancy aus bereitgestellt habe und es möglich sei, vorbestrafte französische Juden zu deportieren und Juden, die 1941/42 infolge von Zusammenstößen zwischen französischen Widerstandskämpfern und deutschen Soldaten in Frankreich verhaftet worden seien.
Nachdem er Eichmanns Zustimmung erhalten hatte, wies Knochen am 26. Januar alle regionalen Hauptquartiere an, Juden, die diese Deportationskriterien erfüllten, zu verhaften und nach Drancy zu transferieren. Infolgedessen trafen dort Anfang Februar 96 Juden aus Bordeaux, 70 aus Châlons-sur-Saone, 68 aus Nancy, 22 aus Poitiers und 74 aus dem Lager Beaune-la-Rolande ein.
Da die französischen und deutschen Behörden jedoch noch keine Übereinkunft hinsichtlich der Deportation französischer Staatsbürger erzielt hatten, ordnete Heinz Röthke, der Leiter des Sipo-SD-Judenreferats in Frankreich, lediglich die Festnahme von Juden mit ausländischer Staatsangehörigkeit und Wohnsitz im Département Seine an. In der Nacht des 10. Februar wurden in Paris 1549 ausländische Juden verhaftet. Mehr als tausend französische Polizisten nahmen an dieser Aktion teil, im Zuge derer Hunderte von älteren Juden inhaftiert wurden und ebenso 30 Krankenhauspatienten und viele Kinder, die in den Pariser Waisenhäusern Guy de Rothschild, Lamark und Guy Petin lebten. Alle wurden in Drancy unterbracht und in den folgenden Wochen, nach und nach, nach Ostpolen deportiert....