Transport, Zug Da 14 von Darmstadt, Darmstadt (Darmstadt), Hessen, Deutsches Reich nach Piaski Luterskie, Getto, Polen am 24/03/1942

Transport
Departure Date 24/03/1942 Arrival Date 25/03/1942
Feldbergschule, Mainz
Jüdisches Gemeindezentrum Worms
Liebigschule, Darmstadt
Gueterbahnhof (Freight train station) Darmstadt
Personenzug
Trawniki Bahnhof, Lublin
Fussmarsch

Der Deportationszug Nummer “Da 14” in das Ghetto Piaski war der erste Transport, der Darmstadt verließ. Das RSHA hatte den Sonderzug bei der Reichsbahn für den 25. März 1942 bestellt. Die genauen Daten des Transports werden von Historikern hinterfragt, die angegebenen Abfahrtsdaten liegen zwischen dem 20. und dem 25. März 1942. Unter Berücksichtigung der aktuellen Forschung und Zeugnissen von Überlebenden ist jedoch davon auszugehen, dass der Transport Darmstadt spätestens am 24. März verlassen hat.

Der zu deportierende Personenkreis umfasste all jene Personen, die nach den Nürnberger Gesetzen als Juden definiert wurden. Ausgenommen waren zur Zeit dieses Transports "Mischlinge" (Kinder mit einem jüdischen Elternteil), Juden mit nichtjüdischen Ehepartnern, in der deutschen Kriegsproduktion zur Zwangsarbeit eingesetzte oder Juden mit ausländischer Staatsbürgerschaft (ausgenommen Bürger der Sowjetunion). Die Deportationen von über 65-Jährigen, Veteranen des Ersten Weltkriegs oder “Prominenten” (in der Öffentlichkeit bekannte Juden) nach Theresienstadt (Terezin) setzten erst im Juni 1942 ein. Neben Jacob Sprenger, Gauleiter von Hessen-Nassau, waren weitere Nationalsozialisten an der Durchführung der Deportation beteiligt: Der Leiter des Gestapobüros in Darmstadt, Dr. Humbert Pifrader, sowie dessen Kollegen in der Außendienststelle Mainz, beaufsichtigten den Transport. Bereits zwei Wochen vor der Deportation hatte Pifrader die Repräsentanten von folgenden öffentlichen Ämtern zu einem vertraulichen Treffen im Landtagsgebäude am Luisenplatz eingeladen: Finanzamt, Reichspost, Reichsbahn, Generalstaatsanwalt. Bruno Böhm, Leiter des Judenreferats der Gestapo Darmstadt, und Franz Jürgens, Leiter der Schutzpolizei Darmstadt, waren verantwortlich für die Organisation und Durchführung der Transporte. Die RSHA-Richtlinien empfahlen den Gestapostellen, die Reichsvereinigung der Juden in Hessen, Regionalbüro Mainz, sowie die lokalen jüdischen Gemeinden an den Vorbereitungen des Transports zu beteiligen. Am 9. März 1942 musste die Reichsvereinigung in Mainz Namen und Adressen von Juden zusammenzustellen. Sobald die Gestapo diese vorliegen hatte, reichte sie Kopien der Deportationsliste an ihre lokalen Judenreferate weiter. Die Juden, die deportiert werden sollten, wurden schriftlich benachrichtigt. Daraufhin stiegen die Suizidversuche innerhalb der jüdischen Gemeinde, wie in anderen Gemeinden im Vorfeld der Deportation auch, sprunghaft an.

1,000 Juden aus 41 Städten und Dörfern in Rheinland-Pfalz und Süd-Hessen befanden sich auf dem Transport, der am 20. März 1942, oder ein paar Tage später, Darmstadt verließ. Die Liste verzeichnet 589 weibliche und 411 männliche Personen mit einer breiten Berufsspanne, darunter auch Mitarbeiter der Israelitischen Kultusvereinigung. Auch Kleinkinder und Schulkinder wurden deportiert; der Jüngste war noch nicht ein Jahr alt. Die ältesten Deportierten waren 65 Jahre alt. Die Liste gibt detailliert wieder: 77 Deportierte zwischen 0-14 Jahren, 105 zwischen 14 und 21, 268 zwischen 21 und 45, 246 zwischen 45 und 55 und 304 zwischen 55 und 65 Jahren. Der Transport umfasste etwa 466 Juden aus Mainz, 164 aus Darmstadt, 28 aus dem Kreis Darmstadt (darunter 8 aus Ober-Ramstadt, 9 aus Höchst i. Odw.), zwischen 75 und 79 aus Worms, 15 aus dem Kreis Worms (etwa 4 aus Herrnsheim), 36 aus Dieburg, 69 von der Bergstraße (darunter 15 aus Heppenheim), 47 aus Erbach, 27 aus dem Kreis Gross-Gerau und 76 aus der Region Bingen. Das Tagesverzeichnis der Reisesonderzüge der Reichsbahn gibt als Abfahrtsort des Transports "Da 14" Darmstadt an, Haupsammelstelle dieses Deportationszuges. Mainz war jedoch eine weitere Stadt, die viele Juden aus Rheinhessen auf ihrem Weg nach Osteuropa passieren mussten. Anzunehmen ist, dass auch die aus Worms und Bingen sowie Umgebung verschleppten Juden über Mainz nach Darmstadt geleitet wurden....