Der Transport sollte laut Plan am 5. Juni 1942 gen Osten aufbrechen und war anfänglich zur Deportation von „Kommunisten, Juden und asozialen Elementen“ gedacht. In einem Telefonat am 4. Mai 1942 mit Rolf Günther, Eichmanns Stellvertreter im RSHA-Referat für Auswanderung und Judenangelegenheiten (IVb4), mahnte Dannecker an, dass eine schnelle Deportation notwendig sei – er war verärgert über die ständigen Forderungen von Familienmitgliedern der Internierten, die diese aus den Lagern zu befreien suchten. Günther versprach, einen Zugfahrplan vorzulegen, sobald die Frage des Rollmaterials gelöst sei. Er teilte Dannecker zudem mit, dass es nicht möglich sei, Kommunisten, Juden und Asoziale wie geplant zu vermischen, und forderte in diesem Sinne, auf der Stelle einen Sonderzug nur für Juden bereitzustellen.
Am 13. Mai 1942 fand ein Treffen zwischen Dannecker und Generalleutnant Kohl, dem Leiter des Eisenbahntransports in Paris (ETRA), statt, bei dem die Frage des für die anstehenden Transporte notwendigen Rollmaterials erörtert wurde. Dannecker gab Kohl dabei einen Überblick über die Situation der Juden in Frankreich. Kohl wies darauf hin, dass er für die Deportation von 10 000 bis 20 000 Juden bereit sei und die dafür nötige Ausrüstung einschließlich der Transportwaggons zur Verfügung stellen würde.
In einem Fernschreiben an Helmut Knochen, den Sipo-SD-Befehlshaber in Frankreich, vom 16. Mai bestätigte Günther, dass für die anstehende Deportation einer neuen Gruppe von 1000 Juden vom Lager Compiègne nach Auschwitz ein Sonderzug vom Reichsverkehrsministerium angefordert worden sei. Ebenso bestätigte er, dass der Begleitschutz bis zur Grenze, bestehend aus mindestens einem Offizier und 15 Polizisten, von Paris zur Verfügung gestellt werden sollte....
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Historischer Kontext
CENTRE DE DOCUMENTATION JUIVE CONTEMPORAINE, PARIS, FRANCE C copy YVA M.12 / 622
CENTRE DE DOCUMENTATION JUIVE CONTEMPORAINE, PARIS, FRANCE XXV b,c 1-249 copy YVA M.12 / 534