Transport Ax von Theresienstadt, Getto, Tschechoslowakei am 09/05/1942

Transport
Departure Date 09/05/1942 Arrival Date 12/05/1942
Theresienstadt,Getto,Tschechoslowakei
Theresienstadt - Schleuse
Fussmarsch
Lublin Glowny Stacja
Personenzug
Der Transport nach Siedliszcze (Transportbezeichnung "Ax"), dessen Abfahrt vom Bahnhof Bohusovice (Bauschowitz) für den 9. Mai angesetzt wurde, war der zwölfte Transport ab Januar 1942, der Theresienstadt "zur Umsiedlung" verließ. Er ist das erste Mal in einem Sondertagesbefehl erwähnt, den der Ältestenrat am 3. Mail 1942 veröffentlichte. Darin ist nur von einem "Osttransport" die Rede. Fragen nach dem Bestimmungsort blieben unbeantwortet. Am 6. Mai gab der Ältestenrat in einem weiteren Tagesbefehl bekannt, dass sich dieser neue Transport vor allem aus dem am 7. Mai aus Prag eingehenden Transport "At" zusammensetzen würde. Transport "At" fuhr tatsächlich am 7. Mai in Bauschowitz mit 1,000 Juden ein. Bereits kurz nach ihrer Ankunft wurden die Betroffenen über den anstehenden Weitertransport informiert. Sie verbrachten die Wartezeit wie üblich in der "Schleuse", wie der Quarantänebereich (zu jenem Zeitpunkt im Hof der Aussiger Kaserne) genannt wurde. Einige der Deportierten wurden vor allem altersbedingt und aus gesundheitlichen Gründen ins Ghetto gelassen. Ihre Plätze nahmen Leute aus dem Ghetto ein, die zum Teil erst in den Abendstunden bzw. in der Nacht vom 8. auf den 9. Mai informiert und einbestellt wurden. Tagesbefehl Nr. 121, der am 10. Mai bekanntgemacht wurde, bestätigte, dass der Transport am 9. Mai abging.
Üblicherweise entschied das RSHA alleine, wann und wohin ein Transport gehen sollte. Die Transporte in den Bezirk Lublin bildeten insofern eine Ausnahme, als Globocniks Stab, im Einvernehmen mit der Bezirksregierung und der Zivilverwaltung der einzelnen Landkreise die Zielorte auswählte. Wegen der großen Anzahl an Transporten und der damit verbundenen Frage nach den Aufnahmekapazitäten der Ghettos, wurde die jeweilige örtliche Verwaltung in den Entscheidungsprozess über den Bestimmungsort miteinbezogen. Dementsprechend wurden mehrere Transporte kurzfristig, manchmal sogar mehrfach umgeleitet.
Am 3. März 1942 kündigte Staatssekretär Josef Bühler in Krakau dem Gouverneur des Bezirks Lublin, Ernst Zörner, "den vorübergehenden Aufenthalt" von 15,000 Juden für seinen Bezirk an. Anfang Mai 1942 sandte das Judenreferat der Abteilung Bevölkerungswesen und Fürsorge (BuF) beim Gouverneur Zörner ein Rundschreiben an alle Landräte im Bezirk, in dem diese um Auskunft nach den Kapazitäten für eingehende Transporte in ihren Ghettos ersucht wurden und über welchen Bahnhof der jeweilige Transport geleitet werden sollte. Am 6. Mai fand ein Treffen zwischen den Landräten und dem Judenreferenten in Lublin statt, um die Resultate dieser Umfrage zu besprechen. Das Ergebnis wurde umgehend dem Umsiedlungsbeauftragten, SS-Hauptsturmführer Reinhold v. Mohrenschildt im Stab des SSPF Globocnik mitgeteilt, der daraufhin die Züge an die Zielorte dirigierte. Am 8. Mai bot der Landrat von Chelm, Kreishauptmann Dr. Werner Ansel, an, über den Bahnhof Kanie einen zusätzlichen Transport in seinem Landkreis und zwar in Siedliszcze aufzunehmen. Siedliszcze ist ein etwa 10 km von Kanie, an der Bahnlinie nach Sobibór gelegenes Dorf zwischen Trawniki und Rejowiec....